Melting Pot – THU 36 °C

Troppo caldo – sehr heiß

Alle Maximaltemperaturen, die ich bisher erleben durfte scheinen mit den noch kommenden Temperaturen nicht annähernd vergleichbar zu sein. Nach einer Woche Unwetter, das sich als Gewitter, Sturm und Schauer bemerkbar machte, hält nun der richtige Sommer Einzug. Im Glauben das 31,5 °C auf dem Thermometer, die absolute Schmerzgrenze sein sollten, wurde ich Heute beim Blick auf die Wettervorschau schwer geschockt. So soll es Morgen knackige 36 °C geben. Bereits heute wäre ich, hätte ich eine Minute länger verweilt, auf der Stelle kleben geblieben. Alle Besucher, die bisher hier waren und bei 31 °C fast gestorben wären, rate ich das nächste mal im Winter vorbeizuschauen, bis dahin hat sich der Stern vielleicht wieder um ein oder zwei Grad abgekühlt. Ach ja, wer allerdings seine Wäsche zum Trocknen vorbei bringen möchte, der ist herzlich eingeladen!

Schnipp Dippel Di Bib Bib Asipn Di Bib

Porchetta – sucking Pig


Nachtrag zum vorherigen Thema.
Netter Fund in einer Pizzakarte einer lokalen Trattoria!

BLOW JOB

Asiago – Dativ Plural des Substantivs Schlag

Asiago (deutsch: Schlägen, mundartl. Schleghe) ist eine Kleinstadt in Oberitalien, Provinz Vicenza, Region Venetien und nicht weit von Bassano Del Grappa entfernt.
Asiago liegt etwa 1000 m über N.N. Die von bis zu 2300 m hohen Bergen umgebene Kleinstadt ist das Zentrum der auf der Hochebene über Vicenza und Bassano del Grappa angesiedelten Sieben Gemeinden (italienisch Sette Comuni).

Bevor ich näher auf meinen Besuch Asiago´s eingehe, folgt zunächst ein Auszug der Geschichte der verrückten Kleinstadt um zu verstehen warum sie so besonders ist.

Die ausgedehnte Hochebene von Asiago in den südlichen Voralpen wurde um das Jahr 1000 von deutschen Bauern aus dem angrenzenden bayerisch-tirolischen Raum besiedelt und urbar gemacht. Die sieben sich herausbildenden deutschen Orte schlossen sich im Bund der Sieben Gemeinden zusammen. Nachdem die angrenzenden Herrschaften diese Rechte und Selbstverwaltung anerkannten, bildeten die Sieben Gemeinden von 1310 bis 1807 eine weitgehend eigenständige deutsche Bauernrepublik. Durch Unterordnung bei Anerkennung der Sonderrechte, fanden die Sieben Gemeinden Schutz bei mächtigen Nachbarn, zunächst bei den Skaligern von Verona, dann bei den Visconti von Mailand.

Die am 29. Juni 1310 verfassten Statuten der Sieben Gemeinden tragen den Titel: „Dise saint Siben, Alte Komeun, Prudere Liben“ (Liebe Brüder, das sind die Sieben alten Gemeinden) 1405 unterstellten sie sich der Republik Venedig, die das Statut und die Sonderrechte (z.B. das Recht des freien Waffentragens)anerkannte.
1796 kamen die Sieben Gemeinden mit Venetien zu Österreich. In den napoleonischen Kriegen wechselte der Besitz mehrfach. 1807 hob Napoleon das Sonderstatut der Sieben Gemeinden und damit deren Eigenständigkeit auf. 1815 kam das Gebiet wieder zu Österreich und wurde Teil des österreichischen Königreichs Lombardo-Venetien. In Unkenntnis der Lage auf der Hochebene führte die österreichische Verwaltung die italienische Schul- und Amtssprache ein und leitete damit die Italienisierung der gesamten Hochfläche ein.

Im Jahre 1866 wurde die Hochebene im Zuge des italienischen Risorgimento mit Venetien an das Königreich Italien angeschlossen. Obwohl sich inzwischen auch deutsche Volkskundler für die deutsche Sprachinsel zu interessieren begannen, wurde die Italienisierung nach der italienischen Einigung schnell vorangetrieben. Damals wurden die meisten Ortsnamen italienisiert. Die ersten Ethnologen, die die Sprachinsel besuchten, versuchten sich unter dem Einfluss der Romantik deren Existenz durch Rückgriff auf frühe germanische Züge nach Italien zu erklären. Sie meinten, die Deutschen der Sieben Gemeinden seien Nachkommen der germanischen Kimbern, die im ausgehenden 2. Jahrhundert v. Chr. nach Italien zogen und von den Römern besiegt wurden. Von dieser irrigen Annahme leitet sich das heute in den kleinen deutschen Sprachinseln Norditaliens häufig gebrauchte Selbstbezeichnung als „Zimbern“ ab.
Als im Ersten Weltkrieg die Dolomitenfront mitten durch die Hochebene der Sieben Gemeinden verlief, wurden die Bewohner in die Poebene ausgesiedelt, wo ihnen jeder Gebrauch ihrer deutschen Mundart verboten war. Viele kehrten in ihre zerstörte Heimat erst gar nicht mehr zurück, so dass die deutsche Tradition stark bedrängt wurde. Der Faschismus (1922–1943) versetzte der letzten Resten des deutschen Sprach- und Kulturlebens den Todesstoß, indem er den Gebrauch der deutschen Mundart auch im privaten und familiären Gebrauch verbot.

Heute finden sich auf der Hochebene nur mehr bescheidene Reste der deutschen Sprache und Tradition. Vor allem in vielen Ausdrücken des bäuerlichen Lebens, konnten sich viele Ausdrücke erhalten, die der bekannter Schriftsteller und gebürtige Schlegener Rigoni Stern in seinem literarischen Werk verarbeitet hat. In Roana, mundartlich-deutsch: Robaan (dort gibt es das gut ausgestattete Kulturinstitut „Agustin Prunner“), und in dessen Ortsteil Mezzaselva wird teilweise noch die deutsche Mundart gesprochen, während in Asiago und den anderen Gemeinden die Sprache ausgestorben und nur noch durch Flurnamen und Inschriften dokumentiert ist.

Diesen Auszug aus Asiago´s Historie gelesen, machten wir uns auf den Weg um uns dieses Städtchen mal aus der Nähe anzuschauen. Der deutsche Einfluss macht Neugierig und die Nähe zu Bassano del Grappa lässt nicht lange zögern.

Serpentinen schlängeln sich den Berg hinauf und die kleinen Örtchen zwischendrin schauen sehr italienisch aus. Auf den ersten Metern scheint die Sonne und ohne Zweifel befinden wir uns in Italien. Auf dem Berg angekommen wechselt das Panorama sehr schnell und von dem was uns nun erwarten sollte waren wir mehr als verdutzt. Nach ca. 20 Minuten Autofahrt fahren wir auf einer Landstraße durch Wiesen und Felder umringt von Bergen, Hügeln und netten kleinen Bauernhöfen. Ich suche nach dem Knopf im Auto. Hat der Tempomat etwa eine Zeitreise Funktion? Dem Ausblick nach befinden wir uns in Bayern und die Umgebungsgeräusche mit Kuhglocken und Ziegenlauten scheint dies zu bestätigen. Wir fahren weiter und die Spannung steigt, was uns in Asiago nun erwarten wird.

Es regnet und Hauch von Nebel zieht durch die Täler. In Asiago angekommen traue ich meinen Augen kaum. Es ist als hätte jemand ein Stück Bayerns ausgeschnitten und in die Italienische Hochebene gepflanzt. Häuser in allen typischen Farben mit verschnörkelten Dachzargen und altmodisch, historisch deutsch anmutender Architektur, so weit das Auge reicht. Verwinkelte Straßen und kleine Gassen winden sich chaotisch durch Asiago. Wir suchen einen Parkplatz und wagen uns in das Stadtzentrum dieser verschlafenen Kleinstadt. Es ist Vormittag. Wir erreichen die kleine Hauptstraße und schnell wird klar, hier stimmt etwas nicht. Es nieselt, es ist kalt, bedeutend kälter als im zuvor warmen Bassano del Grappa. Ein komisches Ambiente, ein komisches Gefühl überkommt uns als wir durch die Straße schlendern. Geschockt und begeistert zugleich versuche ich dieses Erlebnis auf Fotos festzuhalten. Bereits zuvor dachte ich mir, dass relative wenige Touristen hier sind. Ich hohle meine Kamera aus der Tasche, suche einen außergewöhnlichen Winkel. Ich möchte die Architektur eines Hotels fotografieren. Die Dachzargen sind so perfekt geschnitzt und die Fassade geziert von Edelweiß-Blumenmuster. Dieses Motiv zieht mich magisch an. Ich hocke mich vor dem Gebäude nieder und ehe ich den Auslöser betätigen kann, steht ein erboster Herr auf dem Balkon des Hauses mit einem Telefon in der Hand. Er fuchtelt wild herum und macht mir deutlich, dass er mit meinem Versuch ein Foto zu machen nicht einverstanden ist. Ich bin verdutzt und fühle mich beschämt zugleich, die Absicht gehabt zu haben ein Foto von seinem Haus zu machen. Wir gehen weiter. Auf unserem Weg durch die Stadt werden wir von den Einheimischen mit Argwohn betrachtet. Ich fühle mich wie auf der anderen Seite des Zauns im Zoo.
Die kleinen Geschäfte in Asiago bieten jede Menge Antiquitäten, Kuckucksuhren und Wanderstöcke an. Zwischendrin befinden sich kleine Modeläden, Gemüsehändler oder Feinkostgeschäfte. Die Globalisierung macht auch vor Asiago keinen Halt, so findet man durchaus auch ein winziges Geschäft von Benetton oder Kleidungsgeschäfte die Marken wie Tommy Hilfiger anbieten.
An einem Brunnen angelangt wird die Stimmung immer seltsamer. So steht auf dem Marktplatz ein Bus der italienischen Armee und Soldaten in typisch italienischer Uniform marschieren durch die Gassen. Ein wenig an das heimische Schützenfest erinnert die Uniform schon. Kleine grüne Filzhüte mit Emblemen und Gamsbart zieren die Köpfe der Soldaten. Wir schießen versteckt und immer mit dem Gefühl beobachtet zu werden ein Paar Fotos und da es außer der urigen Atmosphäre nicht viel Sehenswertes gibt entscheiden wir uns auf die Suche nach einem Stück Kuchen zu machen. Behäbig und mit unzufriedenem, fast verschrobenem oder fast ausdruckslosem Gesichtsausdruck schleichen die Bewohner durch die Gassen. Wir steuern eine kleine Konditorei an. Die Kuchen im Schaufenster sehen sehr appetitlich, fast wie gemalt aus. Im inneren sitzen jede Menge Senioren, die genüsslich ihren Café schlürfen und wie es scheint, für einen Moment glücklich sind. Die Bedienung schaut uns skeptisch an. Sei es das Alter, oder unser Antlitz. Wir entscheiden uns das Stückchen Kuchen an einem Platz einzunehmen, der offensichtlich auf Touristen spezialisiert ist. Das Hotel Europa sollte ein Ort der Gastfreundschaft sein. Von der urigen Atmosphäre beeindruckt und ein wenig perplex bestellen wir die Empfehlung des Hauses, ein Stück Schokoladenkuchen für fünf Euro. Wir sinnieren über die Umstände, wägen ab, dass es nur so seltsam sei weil es heute regnet. Es dauert nicht lange und wir treten voller Vorfreude auf die gewohnte Umgebung die Heimfahrt an.

Sommergewitter – audiovisuelle luftelektrische Entladungen

Seit Montag bietet sich mir jeden Abend ein gewaltiges meteorologisches Spektakel, dass vom Balkon aus live zu betrachten ist. Zu später Stunde ziehen sich die Wolken zusammen und ein fantastisches Sommergewitter mit allem Zipp und Zapp zieht über meinen Kopf hinweg. Nicht selten nutze ich die Chance das Spektakel zu beobachten und sollte ich einmal eingeschlafen sein, weckt mich ein lauter knall in Form eines Donners der die Alarmanlagen der geparkten Autos anschlagen und mich kerzengrade im Bett sitzen lässt. Man möt det Weder nähmen as het kümmt!

Marostica – il Castello

Meinen ersten Urlaubstag in bella Italia habe ich genutzt um Marostica, eine Kleinstadt ca. 8 km von Bassano del Grappa entfernt zu besuchen. Der Ort ist berühmt für ein Schachspiel mit lebenden Personen in mittelalterlichen Kostümen, das alle zwei Jahre auf der Piazza des Castello ausgerichtet wird. Dies wird seit 1454 aufgeführt und geht auf den legendären Kampf um die Hand der Tochter des Stadtvogts zurück. Die Stadt, gelegen an einem Hügel, ist umrundet von einer historischen Stadtmauer. Auf dem Gipfel des Hügels führen die Stadtmauern von beiden Seiten zu dem Castello di Marostica zusammen. Das Castello ist von zwei Seiten zu erreichen. Einer der beiden Wege ist eine Straße, die über die Rückseite des Castello mit dem Auto zu befahren ist, der andere ein „Sentiero“ – ein Wanderweg, der sich mit holprigem Gestein und in Serpentinen den Hügel hinaufschlängelt. Oben angelangt wartet ein fantastischer Ausblick über Marostica und weit darüber hinaus auch auf Bassano del Grappa. Besucher die sich für den Sentiero entscheiden ist festes Schuhwerk nur zu empfehlen. Im Castello angekommen gibt es ein Restaurant, das Ristorante al Castello Superiore, in dem typische Speisen der Region angeboten werden. Einen link zum Ristorante al Castello findet ihr in der Link Section. Nach erfolgreicher Wanderung zum Castello empfielt sich ein Café oder Gelato auf der Piazza unten im Tal. Ich hoffe allen zukünftigen Besuchern einen Vorgeschmack auf die Sehenswürdigkeiten der Region gemacht zu haben.